Die Mitglieder des Bezirksfischereivereins Passau haben einstimmig beschlossen, die Fischereirechte an einem zwölf Kilometer langen Abschnitt des sogenannten „Wagner-Wassers“ zu kaufen.
Der Saal im Gasthaus Öller war voll, als der BFV zur außerordentlichen Mitgliederversammlung einlud. Am Ende stimmten alle Mitglieder zu. Vorsitzender Ralf Eibl nannte den Beschluss ein „Jahrhundertereignis“. In den vergangenen Jahrzehnten wurde nur wenige Male ein Stück Donau zum Kauf angeboten.
Vom Pächter zum Eigentümer
Das „Wagner-Wasser“ umfasst 16 Kilometer Donau zwischen Sandbach und Hofkirchen im Landkreis Passau. Seit 1969 gehören die Fischereirechte der Vilshofener Fischerfamilie Wagner, deren Fischertradition bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Der BFV bewirtschaftet die Strecke schon seit einigen Jahren als Pächter. Auf zwölf Kilometern ab der Windorfer Insel wird er künftig selbst Inhaber der Rechte. Die übrigen vier Kilometer gehen an einen privaten Käufer. Diesen Abschnitt bewirtschaftet der Verein aber noch neun Jahre weiter, so lange läuft der Pachtvertrag.
Vor dem Beschluss lag ein Jahr Verhandlungen mit dem Verkäufer, weiteren Interessenten und der Bank. Über den Kaufpreis haben die Beteiligten Stillschweigen vereinbart. Die Finanzierung läuft über rund 30 Jahre. Eigene Gewässer muss der Verein dafür nicht verkaufen, denn der BFV ist finanziell gut aufgestellt. Der jährliche Mitgliedsbeitrag steigt nur geringfügig, jedes der rund 3.000 Mitglieder trägt also einen kleinen Teil bei. Als Nächstes steht der Termin beim Notar an.
Fachvortrag: Lebensraum ist der Schlüssel
Nach der Abstimmung sprach Felix Reebs, Geschäftsführer des Fischereiverbands Niederbayern, über ganzheitliches fischereiliches Management in Vereinen. Seine Bilanz ist ernüchternd: In den letzten 30 bis 40 Jahren ist der Fischbestand in bayerischen Gewässern um bis zu 80 Prozent zurückgegangen. Gründe sind unter anderem der Klimawandel, verbaute Ufer, Querbauwerke und Kraftwerke sowie Schadstoffe im Wasser. Besatz allein helfe wenig, so Reebs. Entscheidend seien Gewässer mit viel Struktur, mit Laichplätzen, Jungfischhabitaten und Rückzugsräumen. Dazu gehören etwa eingebrachtes Totholz oder neu angelegte Kieslaichplätze. Er fasste es so zusammen: „Da wo Holz ist, ist Fisch.“
Werden Sie Teil davon!
Der Kauf zeigt, was eine starke Gemeinschaft erreichen kann. Die Donaustrecke ist künftig nicht mehr nur auf Zeit gepachtet, sondern dauerhaft für die Fischerei gesichert. Das gibt Planungssicherheit, auch für langfristige Maßnahmen für bessere Lebensräume, wie Felix Reebs sie beschrieben hat.
Als Mitglied im BFV Passau gehören Sie zu einer Gemeinschaft von rund 3.000 Fischerinnen und Fischern. Sie befischen ihre Gewässer nicht nur, sondern hegen und pflegen sie auch, vom Kachletstausee bis zur neuen Donaustrecke. Jedes Mitglied hilft mit, dass solche Projekte möglich werden.
Alle Informationen zur Mitgliedschaft finden Sie hier: https://www.bfv-passau.de/online-aufnahmeantrag-beitrittserklaerung/
Den ausführlichen Bericht von Stefan Rammer finden Sie in der Passauer Neuen Presse vom 20. Oktober 2026.