ÖDP und Bezirksfischereiverein zwischen zwei Ufern

Gemeinsamer Informationstermin im Kachlet zur anstehenden Großbaustelle

Bei einem gemeinsamen Besuch der Staustufe Kachlet informierten sich Mitglieder vom Passauer Bezirksfischereiverein, der ÖDP Passau-Stadt und Land auf Initiative von Ronja Zöls-Biber, stellvertretende Kreisvorsitzende der Passauer ÖDP, über die anstehenden Baumaßnahmen. „100 Jahre nach dem Bau wird dieses Denkmal nicht nur generalsaniert, sondern auch einmal mehr in die erneuerbaren Energien und in den Gütertransport per Schiff investiert“, erläuterte Ronja Zöls-Biber in ihrer Begrüßung. Die neue Fischaufstiegsanlage könne auch mit einem neuen Fischreichtum in der Donau und einer Chance für vom Aussterben bedrohte Arten verknüpft sein. „Das interessiert die ÖDP, das interessiert den Fischereiverein.“

Sachbereichsleiterin Claudia Beier, Projektleiter Andreas Stapp, Matthias Biber vom Baubüro Passau (alle Wasserstraßen-Neubauamt Aschaffenburg) und Christoph Aß als Vertreter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Donau MDK führten die Gruppe über Wehr, Kraftwerk und Schleuse und beantworteten dabei zahlreiche Fragen zu den geplanten Maßnahmen. „Gebaut wird im laufenden Betrieb – und das auch im Falle von Hochwasser“, erklärte Andreas Stapp die Herausforderungen des Bauprojekts. Um die Schütze im Inneren des Gebäudes auszutauschen, müsse der komplette Überbau abgerissen und wiederhergestellt werden, so Matthias Biber. „Dabei werden wir einen Portalkran nutzen, der den ganzen Wehrüberbau überspannen wird.“ Anschließend wird das denkmalgeschützte Gebäude wieder aufgebaut – in gleicher Optik, auch wenn die roten Klinker dann nur als Fassade eingesetzt werden. „Wir werden die Projekte europaweit ausschreiben“, so Andreas Stapp. Die Bauzeit schätze man derzeit auf 14 Jahre, die Kosten auf 250 Millionen Euro. Begonnen wird 2027 mit der Grundinstandsetzung der Ufermauer.

Besonders die Teilnehmer aus dem Bezirksfischereiverein stellten detaillierte Fragen zur geplanten Fischaufstiegsanlage, die im Anschluss an die Sanierung von Wehr und Ufermauer ansteht. Claudia Beier erläuterte die Notwendigkeit von mehreren Einstiegen für die 42 Donau-Fischarten. Schwachschwimmer etwa müssten bereits am Ende der Schleuseninsel, die stromabwärts liege, abgeholt werden. Weitere kraftwerksnahe Einstiege seien notwendig, und derzeit gehe man davon aus, dass auch ein Fischaufzug die Anlage ergänzen wird. Dabei müssen sämtliche Eingriffe in Natur und Landschaft kompensiert werden. Was an der Fischaufstiegsanlage möglich sei, werde getan, versicherte Claudia Beier. So werde etwa die Fischaufstiegsanlage mit einem Sohlsubstrat versehen, so dass auch Kleinstlebewesen die Staustufe passieren können. Ralf Eibl vom Bezirksfischereiverein betonte die Bedeutung der Verbesserung des Geschiebehaushalts, also des Kiestransports an der Flusssohle, vor allem auch um Laichplätze für Fische zu schaffen.

Anschließend erklärte Christoph A. den Teilnehmenden die Baumaßnahmen an der Schleuse, die bereits begonnen haben. Diese umfassen die Instandsetzung der Schleusenkammern-Außenwände inklusive der Stahlwasserbauteile wie Tore sowie Nachrichten-, Elektronik- und Maschinentechnik. 340 Millionen Euro werden investiert, 60.000 Kubikmeter Beton verbaut. 13 Jahre werden die Bauarbeiten voraussichtlich dauern. „Mit einer Transportmenge von 82 Lastwagen auf einem Binnenschiff ist der Gütertransport auf dem Wasser weit nachhaltiger als auf der Straße“, betonte Christoph A. „Wir schaffen etwas ökologisch Wertvolles“, fasste Claudia Beier am Schluss der Veranstaltung zusammen. „Sie haben hier in Passau einen modernen Baustein im interkontinentalen Wasserstraßennetz, der künftig noch moderner und ökologischer wird.“